Foto: CC BY-SA, Lars Plougmann, Flower shop on Google Maps

Auch wenn das Web Möglichkeiten bietet, die ganze Welt zu erreichen: die meisten ihrer potenziellen Interessenten befinden sich in Ihrer Nähe. Schließlich wollen diese ja ein Produkt von ihnen kaufen, eine Dienstleistung in Anspruch nehmen oder für einen Termin mit Ihnen für weitere Besprechungen von Projekten ausmachen. Warum sollte man sich also einen weit entfernten Partner aussuchen, wenn man auch in der näheren Umgebung fündig werden kann?

Das bedenkt auch Google: ohne, dass Sie der Städtename überhaupt in eine Suchanfrage integriert werden muss, berücksichtigt Google den Standort des Nutzers und schränkt die Suchergebnisse dementsprechend ein (Keyword abhängig). Das können Sie als Websitebetreiber im Umkehrschluss für Ihr Ranking nutzen, wir zeigen wie's geht.

Googles Rankingfaktoren verstehen

Die Kriterien nach denen die US-amerikanische Suchmaschine Ergebnisse auswirft, sind im Wesentlichen: Relevanz, Nähe und Bekanntheit. Diese drei Faktoren wiegt Google gegeneinander ab. Es wird also nicht immer das am nächsten gelegene Geschäft, der bekannteste Dienstleister oder das für die Anfrage passendste Ergebnis ausgeworfen, sondern eine Kombination aus diesen.

Das macht die Strukturierung der SEO-Arbeitsschritte natürlich um einiges komplizierter, als würde nur einer dieser Faktoren oder alle drei in einer abgesteckten Reihenfolge berücksichtigt werden. Mit gewissenhafter und kontinuierlicher SEO-Arbeit können Sie sich aber gut positionieren. Beachten Sie auch immer die Änderungen, die Google ständig für seine Rankingfaktoren vornimmt.

Google Maps nutzt Einträge aus der MyBusiness-Konsole

Für das lokale Marketing über Google besonders wichtig sind die Anzeigen über die Maps-Oberfläche. Hierüber suchen sich potenzielle Kunden den Fahrweg zum Unternehmen oder einer Geschäftsstelle heraus, erfahren die Telefonnummer und Adressdaten ohne die Website öffnen zu müssen. Sollte aber Bedarf bestehen diese zu besuchen, können Besucher auf den ebenfalls angezeigten Websitelink klicken.

Je nachdem, wie erfolgreich Ihre SEO-Arbeit ist, erscheint die vertraute Karte entweder nur bei der Suche nach Ihrem Firmennamen oder sogar bei Suchanfragen für Keywords, zu denen Sie gut gefunden werden.

Die Kontaktdaten zu Ihrem Unternehmen oder Verein bzw. Verband legen Sie über den MyBusiness Bereich von Google an. Hier können außerdem unterschiedliche Unternehmens-Kategorien eingetragen werden, um in Google-Maps zu besser gefunden zu werden. So erscheint Ihr Google-MyBusiness Profil auch in der Map-Ansicht, wenn Ihre Website nicht unter die erstbesten Ergebnisse einer Suchanfrage fällt.

Googlesuche Werbeagentur Göttingen

Diese Informationen können Sie über Google MyBusiness zur Verfügung stellen

  • Kontaktdaten
  • Öffnungszeiten
  • Telefonnummer
  • Websitelink
  • Art des Unternehmens
  • Labels für Unternehmen mit vielen Zweigstellen
  • Bilder
  • Aktuelles in Form eines Beitrags
  • In Google-MyBusiness eingehende Bewertungen kommentieren bzw. beantworten

Ist die Website mit dem MyBusiness-Account verknüpft und möglichst viele der oben genannten Informationen gegeben, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Google-Algorithmus Ihre Website für die Anzeige im Maps-Bereich auswählt. Auch in anderen von Ihnen verwendeten Portalen und Firmeneinträgen (z. B. Social-Media) sollten Sie stets darauf achten Ihre Profildaten zu pflegen und Ihr Unternehmen dort zu verifizieren. Der Google-Crawler kann nämlich eine Verbindung herstellen und weitere Informationen wie beispielsweise die Facebook-Bewertung automatisch Ihrem MyBusiness-Profil hinzufügen.

Mobilität ist für lokales SEO super wichtig

Viele der Anfragen, die auf lokaler Ebene getätigt werden, passieren über mobile Endgeräte – meist Smartphones. ‚Wo ist der nächste Supermarkt?‘ ist nur eines der vielen Beispiele, die die Nutzung von Suchanfragen von unterwegs beschreiben.

Gerade für Unternehmen mit Ladenlokalen ist eine lokale Ausrichtung der SEO-Arbeit und damit verbunden die Mobilfähigkeit der Website extrem wichtig. Die Inhalte müssen noch genau für die lokale und mobile Nutzung überdacht sein. Ein schneller Check der Unternehmensadresse von unterwegs fordert schließlich andere Websitestrukturierungen als eine ausführliche Recherche von zu Hause. Zur Mobilfähigkeit stellen wir bereits einige Information in einem vorherigen Blogbeitrag und auf unserer Inhaltsseite zum mobilen Webdesign bereit.

Entscheidend ist jedenfalls, dass die Website über den Mobilbetrieb einwandfrei funktioniert, sonst springen Nutzer auf Ihrem Smartphone sehr schnell ab. Und das straft Google zusätzlich im späteren Ranking. Beachtet werden müssen also beispielsweise auch die Ladezeiten und damit die Komplexität der Website. Mobile Übertragungsraten gleichen schließlich nicht dem Zugang über einen festen Standort.

Ihre Website muss ein Lobbyist sein

Zu der Bekanntheit bzw. Bedeutung, die Google für Ihr Unternehmen bemisst, gehört außerdem, wie präsent Sie sich über andere Plattformen als Ihre Website zeigen. Ähnlich wie bei wissenschaftlichen Beiträgen macht die Qualität dieser Präsenz vor allem Querverweise aus.

Das sogenannte Citation-Building erfasst alle Verweise, die Google im Netz finden kann. Dazu gehört nicht nur die Erwähnung der Website auf anderen Seiten, sondern auch die Berücksichtigung auf anderen Plattformen, z. B. Branchenverzeichnisse und Social-Media-Kanäle. Wenn Sie Partner in Ihrer Nachbarschaft bzw Region haben, können Sie mit diesen vereinbaren sich gegenseitig auf der Website zu vermerken. Backlinks sind Gold wert!

Hierzu sind die Daten im Fokus, die unter dem Akronym NAP zusammengefasst werden: Name, Adresse und Telefonnummer (Phone Number). Das Wichtigste ist, dass diese Daten konsistent im Netz vorliegen, heißt: auf allen Plattformen identisch sind. Das beinhaltet auch eine einheitliche Schreibweise, zum Beispiel bei Straßenabkürzungen usw.

Die bestehenden Profile müssen außerdem regelmäßig gepflegt werden. Kontinuierliche Resonanz von außen suggeriert Google, dass sich ihr Unternehmen lebhaft entwickelt. Bewertungen von ehemaligen Kunden helfen enorm weiter, motivieren Sie diese auch in persönlichen Gesprächen eine Review bei Google oder auf anderen Plattformen zu hinterlassen. Eine schlechtere Bewertung muss kein Ausschlusskriterium sein, beantworten Sie diese einfach professionell. Das spiegelt wieder, dass Sie mit Problemen (wie Sie in jedem Betrieb auftreten) souverän umgehen und zeigt wiederum Aktivität.

Welche Kniffe für Local-SEO gibt es sonst noch?

Um Ihre Vernetzung tiefergehend zu verankern und Ihren Kunden gleichzeitig einen weiteren Mehrwert zu bieten, können Sie beispielsweise die Google-Karte auf Ihrer Website einbinden.

In den Texten, die Sie auf Ihrer Website platzieren sollten Sie Ihre Regionalität bzw. lokale Bedeutung immer wieder ansprechen. Gerade in den Metadaten der Website empfielt es sich die angezielte Region bzw. Städte aufzuführen, dazu müssen Sie vorab analysieren, welche Locations das (potenziell) sind. Auch Ihre anderen Kontaktdaten (siehe: NAP) wie eine Telefonnummer tragen an den richtigen Stellen zu einer gesteigerten Präsenz bei. Besitzen Sie in diesen Orten ebenfalls feste Standorte, sollten Sie auch hier immer an einen zusätzlichen MyBusiness-Eintrag denken.

Wenn Sie bestimmte Bereiche schnell und effektiv verbessern möchten, bieten sich außerdem AdWords-Kampagnen an, die Google durch die interne Relevanz mit großer Bevorzugung behandelt. Auch hier können Sie die Verteilung der Werbung auf einen bestimmten Ort bzw. Bereich einschränken. Wir beraten Sie gerne, wie eine solche Kampagne aussehen kann und welche Kontingente Sie einberechnen sollten.

Und noch ein kleiner, aber nicht zu verachtender Tipp am Schluss

Behalten Sie Ihre Mitbewerber im Auge. Aus deren Onlinepräsenz können Sie weitere Keywords und Bereiche ziehen, die auch für Ihr Unternehmen wichtig sein können. Vielleicht entdecken Sie hierdurch aber auch, welche Fähigkeiten Sie von der Konkurrenz absetzen und Sie sich demnach als Alleinstellungsmerkmal zu Nutzen machen können.




Artikel aus dem FMA medien Blog